Es hätte alles so schön | ![]() | werden können ... |
Alles war angerichtet, Alex hatte die Badewanne perfekt vorbereitet, nur die Alutür, die im Vorjahr unsanften Kontakt mit einem italienischen Range Rover hatte, so sosolala aus, aber ein bisschen schief ist halt englisch. Ton Maathuis hatte zwar eine sündhaft teure Aluhaut aus England mitgebracht, aber beim Transport unter einer Unmenge anderer Teile leicht onduliert und alle Richtversuche waren auch nicht ganz der Sache dienlich. Sei΄s drum, die Stimmung war prächtig. Curt hatte die Tulip Hotels als Jahressponsor für Flying Squirrel gewinnen können, NGK hatte bereitwillig Zündkerzen gestellt und ich hatte meinen Chef überzeugen können als Seriensponsor 2004 für die FHR Langstrecke einzusteigen. So floss am Vorabend des 24 Stunden Rennens in der grünen Hölle der Ramazotti (Alex hatte den Importeur als Alkohol-Co-Sponsor gewinnen können) im Squirrel-Zelt in Strömen.
Das ganze Team befand sich in ungetrübter Vorfreude auf eine hervorragende Saison 2004. Curt hatte in luxemburgischen Gefilden Team-Kleidung herstellen lassen Polo- , Sweatshirts und Teamkappen leuchteten in schönstem meerjungfrauenblau und wetteiferten mit dem feuerroten Squirrel-Aufnäher (Bestellungen werden unter flyingsquirrel@freenet.de gerne entgegen genommen Polos 30 Euro, Sweats 45 Euro + p&p)
Endlich war die Badewanne auch wieder zu den berühmten roten Flying Squirrel Aufklebern gekommen, die nun beinahe 2 Jahre abstinent gewesen waren. Ja, in der Tat es war angerichtet für die beste Saison seit Jahren!
Ungewöhnlicher Weise befand sich ob des riesigen Starterfeldes das Old- und Youngtimerfahrerlager in der Müllenbachschleife , sodass neben der kompletten Nordschleife nur die Kurzanbindung gefahren werden konnte. Dies gab Hoffnung endlich einmal eine 11er Rundenzeit zu fahren und Gelegenheit im schnuckeligen Fahrerlager alte Kontakte zu Eifelgeist-Teamfahrern wie den bergischen Sommerbergs zu pflegen.
Der kleine B schnurrte schon im Training wie eine Perserkatze und freute sich sichtlich wieder im Renntempo bewegt zu werden. Neu im Team war der VW-Bully, der mit smartem Wohnmobilausbau und Hochdach dem Flying Squirrel Kernteam eine schöne Heimstatt und den Flying Squirrel-Fans eine neue Anlaufstation und ständig frischen Kaffee bot. Also aufgepasst Fans und Interessenten immer Augen auf und nach dem weißen VW T3 Bully mit Kölner Kennzeichen und Flying Squirrel Aufkleber geschaut hier gibt΄s für MG Drivers immer einen (meistens frischen) Kaffee und etwas Klönschnack.
Das Rennen selbst war eine Offenbarung für die Zuverlässigkeit des Abingdoner Meisterwerks MGB. Wechselnde Witterungsverhältnisse machten zwar den Traum von der 11er Rundenzeit zunichte, aber mit 12 Minuten 18 Sekunden konnte man dennoch zufrieden sein. Genial war aber das Erlebnis in der Bergaufpassage zwischen Fuchsröhre und Adenauer Forst zwischen zwei Porsche 911 durchzufliegen! Mit reichlich Überschussgeschwindigkeit lief die tapfere kleine Badewanne auf mittlerweile abtrocknender Ideallinie kurz hinter der Senke der Fuchsröhre auf die beiden 911er auf um (mangelnde Leistung wird durch schieren Wahnsinn ersetzt) den ersten Porsche in der Linkskurve rechts und sofort darauf den zweiten 911er in der Rechtskurve links zu überholen. Die beiden habe ich den Rest des Rennens nicht mehr gesehen es gibt doch nichts schöneres als schwäbische Hecktriebler im Feuchten abzuledern! (Im Trockenen gibts leider allzu wenig Gelegenheit dazu)
Curt der alte Schwerenöter hatte im Heimstudium mit den genauen Streckenplänen und Ideallinienskizzen wieder mächtig zugelegt und fuhr nach meinem Turn fast exakt gleiche Rundenzeiten, sodass nach 500 Km ein fantastischer 87. Platz Overall bei 218 Teilnehmern für die tapfere kleine Badewanne heraussprang und nur läppische 20 Sekunden auf den Gesamtsieger fehlten um noch eine weitere Runde Nordschleife (und damit weitere 10 Plätze nach vorn zu kommen) genießen zu können. Vielleicht hätte ich a`la Herbie im Disney-Klassiker den B auf der Döttinger Höhe ganz breit machen müssen um den führenden Jaguar E einzubremsen.
Enthusiastisch wurde das hervorragende 1. Rennen der noch jungen Saison anschließend gefeiert Fans des Lindenhofs werden sich wohl noch Jahre daran erinnern und einige aus dem Team ließen sich zu später Stunde noch dazu hinreißen die frischen Team-Poloshirts weit unter Preis an Fans zu veräußern um mit nacktem Oberkörper heim ins Fahrerlager zu wanken.
Kaum zwei Wochen später stand der Jan Wellem Pokal mit einem 4 Stunden Rennen auf dem Programm. In wesentlichen kleinerem Rahmen als beim Big Event 24h war auch wieder Platz im normalen Fahrerlager und wir fanden uns zu einer englischen Ecke mit den 3 Berliner Bs von Classic Wheels zusammen. Während die Badewanne vor und nach den Training für unsere beiden Mechaniker Henrik Verspohl und Andreas Pichler wenig an Arbeit bot brachten die Classic Wheel Bs ihre Technik Crew ins Schwitzen! Andreas zog dem schnöden Nachmittagsbier die Operation am offenen Herzen eines grün orangen Berliner Renn-Bs vor Hier versuchte man mit Coladosen-Weißblech und Alufolie die rundgelaufenen Pleuellager aufzupäppeln na ja der Versuch wenigstens ein paar Rennrunden zu ergattern war΄s wohl wert.
Curt wünschte inniglich im Rennen auch mal die Zielflagge zu sehen und so wurde ich für die ersten 2 Stunden Fahrdienst eingeteilt. Gut eine Stunde hatte ich höllischen Spaß am Renngeschehen und trieb den kleinen B munter voran als plötzlich am Kurvenausgang der Mercedes Arena die Drehzahl in die Höhe schnellt , der Vortrieb aber komplett ausblieb. Oh je dahin die viel gepriesene Zuverlässigkeit der Badewanne schlagartig war mir klar, dass hier wohl eine Halbwelle gerissen sein musste wie weiland in den 80er Jahren mit Old Faithfull in Assen schon leidvoll erfahren. Damals konnten wir Old Faithfull noch mit einer Steckachse aus einem Straßen-B innerhalb kürzester Zeit fitzumachen, gleiches gelang uns heuer leider nicht mehr die mittlerweile alle ausgeschiedenen Berliner Bs besaßen entweder die spätere Tube-Type Achsen oder Banjo-Scheibenradachsen an einen Tausch war nicht zu denken und Straßen-B Fahrer mit Speichenrad Banjoachsen waren auf die Schnelle nicht aufzutreiben!
Aus der Traum To finish first you first have to finish! Geknickt packten wir sehr zum Leidwesen unseres Mechanikerteams unsere Klamotten in dem Squirrel-Bully zusammen, bestellten bei Renate im Lindenhof noch ein Zimmer für unsere treuen Schrauben und entließen Sie mit etwas Taschengeld in die Freiheit des Eifelgeists. Der traurige Rückweg bot dann aber doch noch ungewollte Überraschung, da sich an der Bully Hinterachse auf der idyllischen Eifel-Bundesstrasse 258 noch diverse Radmuttern lockerten und ich beinah noch mit den Gespann Radlos gestrandet wäre ja man sollte Radmuttern halt immer mit Drehmomentschlüsseln anziehen auch bei normalen Straßenautos!
Die Suche nach qualitativ hochwertigen Steckachsen gestaltete sich dann schwieriger als gedacht erst in Silverstone wurde Curt fündig und förderte ein paar verstärkte Steckachsen zu Tage. Dadurch waren zwei Rennen für uns bereits gelaufen und Spa im September sollte unser Comeback bringen. Die Startgeldforderung von 1.600 Euro (in Worten sechszehnhundert Euro das sind fast dreitausendzweihundert gute alte Deutschmärker!) brachte uns aber zur Raison und wir verschoben unser Comeback auf die Eifel-Klassik. Wieder in den Wind gepupst Eifel Klassik, eigentlich die schönste Veranstaltung des Jahres für uns mit zwei Langstreckenrennen an einem Wochenende fiel ins Wasser, horrende Mietforderungen des Nürburgrings schienen den ADAC zur Absage bewogen zu haben wollen wir hoffen, dass 2005 die herrliche Veranstaltung im gewohnten Rahmen wieder stattfindet.
Die Wartepause schien sich langsam unendlich in die Länge zu ziehen und am 15.Oktober war es zum Saisonfinale am Nürburgring endlich wieder soweit. Curt konnte leider nicht, da er zu gleicher Zeit mit einer Gruppe anderer MG-Fahrer eine Österreichtour machte, aber mein Heißhunger endlich wieder den B bewegen zu können hatte gesiegt und nach einer positiven Anfrage, dass ich das 3 Stunden Rennen alleine fahren dürfte, nannte ich für das Rennen. Alex und Henrik gesellten sich am späten Donnerstag Abend im Lindenhof dazu und so wurde es trotz Alex ständiger Mahnungen ich müsse ja schließlich morgen noch ein anstrengendes Rennen ganz alleine fahren ein lustiger Abend bei Renate (die mit ihren riesigen Schnitzeln im formidablen Nürburger Lindenhof längst kein Geheimtipp mehr ist).
Ein böses Vorzeichen für die kommenden Dinge war der in der Vorwoche vom Schwager mangels Öl verursachte Lagerschaden am VW-Turbodiesel unserer neuen Squirrel-Heimstatt. Dies brachte bei fröstelnden Nachttemperaturen immerhin den Vorteil eines warmen Daunenbetts im Lindenhof. Hat vielleicht irgendwo da draußen noch ein Flying Squirrel-Fan eine funktionsfähige Dieselstand- oder Trumaheizung für unseren Bus? Oder gibt es jemanden der preisgünstig unsere alte Dieselstandheizung überholt? Bitte unter flyingsquirre@freenet.de melden!!!
Leicht verkatert beließ ich es bei 3 Trainingsrunden zu unchristlich früher Zeit am Freitag Morgen um mich für das Rennen um 15 Uhr rekreativ zurückzuziehen. Im Training spulte der kleine Geselle die knappen Runden locker herunter und machte Appetit auf den Nachmittag. Der Start des Rennens klappte hervorragend und nach 2 Runden hatte ich mit neben diversen anderen Konkurrenten die im Training wesentlich schnelleren Lotus Elan, 911er und Jaguar Mk 1 bereits hinter mir gelassen um mich an ein Zweier Fight Team bestehen aus einer Volvo Amazon und einem Volvo Buckel festzubeißen. Nach gut 20 Minuten hatte ich gerade den Buckel geschnappt und die Amazon zum Überholen bereitgestellt als ein ungutes klappern aus dem Motorraum mich zu bedächtiger Fahrtweise mahnte. Mit erhobener linker Hand erreichte ich mit Leerlaufdrehzahl am äußersten rechten Fahrbahnrand noch die Boxengasse um frustriert festzustellen Lagerschaden Duplizität der Ereignisse erst der Bully dann der B!
Diese Saison war gelaufen , so schön sie begann, so mies endete sie. Die Beste aller Ehefrauen allerdings war beglückt, als sie mich zu ungewohnter früher Freitagabendstunde wieder zu Gesicht bekam. Nicht nur, dass ich die Kinder zu Bett bringen konnte, nein auch die bereits geplanten Klimmzüge für das nächste und letzte Saisonrennen in Hockenheim waren nun hinfällig. Eigentlich hätte ich den Hänger mit den B am Lindenhof stehen lassen wollen, worauf ich die Familie in den Allgäu in Urlaub gefahren Curt den B in Nürburg abgeholt und Henrik am Autobahnrastplatz bei Koblenz und mich am Bahnhof in Karlsruhe aufgepickt hätte?! Alles klar? Naja auch egal ohne Auto brauchte diese irrsinnige Stafette eh nicht zu greifen und die Familie konnte den wohlverdienten Urlaub mitsamt Papi genießen,
Für alle die Flying Squirrel auch in 2005 unterstützen möchten schaut rein in www.mgcars.de/squirrel und bestellt massenhaft himmelblaue Teamware! Jeder im Teamshirt bekommt garantiert kostenlosen Kaffee im Squirrel Bus na wenn das kein Angebot ist. Für ganz Wagemutige der Hauptsponsor 2005 wird auch noch gesucht Fragen kostet ja nichts, so teuer ist΄s gar nicht und fürs Geld wir viel Spaß garantiert!
Bis dahin auf ein hoffentlich erfolgreicheres Rennjahr 2005
Tot Ziens Flying Squirrel Horst
Pictures courtesy of Andreas Pichler, Henrik Verspohl, Curt Wagner and Flying Squirrel.