MGBGTV8Auspuffkrümmer


Der Stein des Anstosses - der zerissene Krümmer

Es ist genau so schlimm, wie alle behaupten - und wie es im übrigen das Werkstatthandbuch ausmalt: Krümmer austauschen beim MGBGTV8.

Nach unserer Cornwall-Reise wurde es unüberhörbar. Die Auspuffanlage schrie nach Erneuerung. Dagmar absolvierte noch flugs das Fahrertraining des MG Drivers Clubs (ich hatte schon ein bischen Angst, das eines der Wasserhindernisse die Reste unserer "Schalldämpfung" einfach wegfräst). Entscheidend war allerdings die Anmerkung eines Instruktors zu seiner Freundin: "Hör mal, der alte (Anm. d. Red.: !!!) V8 - röchelt wie ne Corvette..."

Ne, Freunde, das konnte so nicht weitergehen! Also auf in Peter Heidkamps MG-Cottage (verzeiht, der Cornwall-Trip wirkt noch nach...).

Und dort überlegten wir: Muss man wirklich die Lenkung ausbauen? Muss wirklich der Motor gelöst und angehoben werden? Die V8-Spezialisten im Club indifferierten zwischen "bei Fächerkrümmern ist das nicht nötig" über "kommt drauf an" bis "bei Arbeiten am Motor schraub ich immer alles ab".

Nun gut, wählen wir die Mitte, lassen wirs also "drauf ankommen". Wir schrauben ja primär aus Lust am Erkenntnisgewinn, also hieß es, den potentiellen Minimalaufwand auszuloten.

Die linke Motorseite diente als Test: Wie festgebacken mögen die Schrauben sein? Reissen sie gar im Kopf ab? Das wäre dann eine willkommene Gelegenheit, auf Stage2-Köpfe umzurüsten ;-)

Aber: Keine Überraschungen, alles ging raus bis auf Zylinder 3, unten - hier kam man nun garnicht ran, ein Schlitz in der Schraube wies den Weg zum Workaround.

Beim Rausheben des linken Krümmers wurde der "point of no return" bereits überschritten, das Y-Stück fiel mangels Wanddicke zum rechten Krümmer einfach auf den Werkstattboden. Ein Fehdehandschuh, sozusagen!

Beim Anpassen des linken Krümmers erwies sich obige Bemerkung als gerechtfertigt: Er passte nicht, oder besser: Er hätte gepasst, wäre nicht soviel Karosserie im Weg gewesen. Umtauschen? Bringt wohl nix, wir hatten uns über Manfred Schweder bei Kestel versorgt, und was der auf besonderen Wunsch heranschafft, ist in der Regel die beste am Markt erhältliche Ware. Umtauschen scheidet also aus. Bleiben zwei Optionen: Mittels Fäustel gezielt die Karosserie kaltverformen, oder den Motor höherlegen. Variante 1 stieß auf wenig Gegenliebe der Eignerin ("Nicht mit dem Hammer auf mein Auto losgehen!"), blieb also nur Option 2: Unter die Karre, und versuchen, die festgegammelten Motorhalterungen loszubekommen. Links kein Problem.

Auf zur rechten Seite. Hier fanden sich mehrere unserer mit Schlitzen versehenen Schrauben, eine davon hatte den verehrten Vorbesitzer wohl besonders frustiert, die konnte man nämlich von Hand herausdrehen. Der Krümmer war also los, allein, heraus bekam man ihn nicht - die Lenkung (und der Motor) waren im Weg. (%$§% Im Übrigen kann man rechts die Motorhalterung auch nur bei ausgebauter Lenkung lösen...

Diesmal war die Eignerin dran, Lenkung ausbauen!

Nachdem also nun der halbe Vorderwagen in der Werkstatt verteilt war, ließ sich auch der rechte Krümmer dranhalten - Resultat wie links, wir gehen also auf die Suche nach Metall-Reststücken, um den Motor hochzubringen. Schließlich wurde wurde die rechte Halterung mit ca. 8 und die linke Halterung mit ca. 4 mm Material unterfüttert, bis es hieß: Krümmer klar bei Karosserie.

Der Rest war eigentlich relativ einfach: Krümmer mit 20 Newtonmeter anschrauben (übrigens sind die von Kestel gelieferten Krümmer im Vergleich zu den ursprünglich verbauten etwas geschickter gemacht: bis auf 1 Schraube lassen sich alle mit dem Drehmomentschlüssel anziehen, aber diese leichte Platzgewinn muß eben mit der Motor-Höherlegung bezahlt werden), Y-Stück ausmessen, passend absägen, Adapter für den Schalldämpfer basteln, alles zusammensetzen. Letzteres ging übrigens wunderbar spannungsfrei, das passte also! Eine unangenehme Überraschung zum Schluß: Die Silentelemente der hinteren Auspuffaufhängung erwiesen sich als wenig kooperationsbereit und rissen ab. Peter, der Hüter ausgefallener Ersatzteile, hatte Gottseidank genau dieses Teil auf Lager - Schwein gehabt!

Nun säuselt statt röchelt er also wieder, unser V8. Fazit: Es gibt bei diesem Coupe keinen Minimalaufand, bei diesem KRAFTfahrzeug handelt es sich trotz der unglaublichen ;-) Stückzahl von über 2.000 produzierten definitiv um einen an Kunden verkauften Prototypen! Aber er fährt so schön...

Nach Stössel-Erneuerung und Auspuff-Tausch werden wir dieses Jahr noch ein paar Mark in die Fahrzeug-Kosmetik investieren. Die nächsten technischen Punkte werden dann wohl Getrieb und Hinterachse sein - wir berichten!

Bilderbuch:


Alle Bilder sind Eigentum von Andreas Pichler.

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Anregungen an: pichler@mgcars.de