Besuch bei |
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Rosengart |
Die Anfahrt ist gut geeignet für einen kleinen Sonntagmorgen-Ausflug: Die A57 wird an der Abfahrt Neuss-Reuschenberg verlassen. Dort geht es auf der B477 weiter Richtung Grevenbroich. Durch kleine Dörfer und meist beschauliche Landschaften - obwohl von ferne hie und da der Braunkohle-Abbau droht - geht es bis Rath. Dort findet man das Museum (geöffnet im Sommer Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen von 11.00 bis ca. 16.00 Uhr).
Rosengart war ein französicher Selfmade-Unternehmer, der es in den "Golden twenties" zu einem der reichsten Männer Frankreichs gebracht hatte. Mit der Automobil-Serienproduktion fing er in den 20er Jahren an. Erste Fahrzeuge waren Lizenbauten des Austin Seven (hic!). Höchst erfolgreiche Berater- und Direktorentätigkeiten bei Citroen und Peugeot sind weitere Zeugnisse der automobilen Leidenschaft dieses Mannes. Wegen seines jüdischen Glaubens von den Nazis während der Besatzung Frankreichs entmachtet, führte Rosengart seine Produktion nach dem Kriege wieder fort und starb Ende der 70er Jahre in seiner Villa am Mittelmeer.
Seit über 20 Jahren tragen Herr Bonk und ein Freundeskreis Zeugnisse des Wirkens von Rosengart zusammen. In Frankreich fast vergessen, findet der vielseitige Entrepreneur hier in der Nähe von Neuss in einer liebevoll präsentierten Sammlung seine Würdigung.
Unsere kleine Gruppe wurde von einem der privaten Sammler durch die Führung geleitet. Die Autos sind durchweg in einem sehr guten Zustand und repräsentieren die komplette Spanne des Wirkens von Rosengart. Einen Schwerpunkt bilden natürlich die Austin-Lizenzprodukte, jedoch sind auch Fahrzeuge nach Citroen- oder Adler-Lizenzen vertreten. Mit vielseitigen Sonderausstattungen aufgewertet, stellten sie häufig die Produkte der Lizenzgeber in den Schatten. Die Führung wurde abgerundet durch einen Blick auf einige interessante Schriftstücke im Archiv.
Nach dem Rundgang haben wir natürlich noch im Biergarten beim Museum gesessen und uns ein paar leckere (hausgemachte!) Happen genehmigt. Klar, daß dieses Museum vor allem von Freunden der mobilen Tradition angefahren wird - so gibt es immer wieder auch im Besucherkreis ausgefallene Fahrzeuge zu bestaunen. Höhepunkt in dieser Kategorie war an diesem Tage sicherlich ein Neander-Maschine (später Opel Motoclub) aus den frühen 30ern mit JAP-V-Motor.
Gegen 13.00 Uhr brachen wir dann auf - da es Sommer ist in Düsseldorf, natürlich immer mit einem Auge auf die drohenden Wolkenformationen...
Fazit: Immer einen Besuch wert, ist die Rosengart-Sammlung von Herrn Bonk und seinen Freunden sicherlich ein interessantes Ausflugsziel, wenn mal mal über das Oktagon hinaus schauen möchte!
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Alle Bilder sind Eigentum von Andreas Pichler.
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