Highland Games 2001



Verrückte unter sich - kleines Gruppenfoto mit offenen Sportwagen. Die weissen Krümel auf dem Bild sind keine Entwicklungsfehler, sondern Schneegestöber.

Die Highland Games 2000 hatten sich durch ein gehobenes Ambiente und vor allem eine fast frühlingshaft wirkende Umgebung ausgezeichnet - Schloss Bloemendaal bei Vaals hiess damals der Veranstaltungsort. Bekanntlich gewannen seinerzeit unsere neuen Freunde von der Triumph-Zunft (sie gewannen nicht freiwillig, merkten dies dafür aber erst relativ spät) und hatten damit die Ehre, die Spiele 2001 auszutragen.

Wir wissen nicht, was dieses damals eigentlich recht sympathisch wirkende Team dazu bewog, als Austragungsort die winterlich verschneite Hochrhön bei Niedriggraden leicht unter dem Gefrierpunkt zu wählen - es kann eigentlich nur ein "Ihr wolltet's ja nicht anders!" gewesen sein.

Nahe Fulda wartete das Rhön Park Hotel auf uns.

Aber 400 km Anreise wollten erst mal bewältigt werden. Da Freund Karsten seinen MGB V8-Umbau nicht mehr rechtzeitig fertigbekam und somit einen Leih-MG benötigte, hätten Dagmar und ich bei der Wahl unseres Fortbewegungsmittels für das ganze Wochenende immer die freie Entscheidung gehabt: Bei gutem Wetter unseren MGA, bei schlechtem Wetter unseren BGTV8 ;-)

Natürlich wählten wir das Coupe letztendlich fürs ganze Weekend nicht nur, weils IMMER saukalt war und IMMER irgendein Niederschlag vom Himmel fiel (manchmal Regen, meistens Schnee). Nein, vor allem wollten wir den Freunden von der Morgan-Truppe zeigen (Bild: "Sags mit Pininfarina!"), daß ein Rover V8-Motor optisch durchaus auch ansehnlich verpackt werden kann. Dieses etwas antiquiert wirkende Postkutschendesign, welches die Konkurrenz bei diesen Spielen durch die Gegend fuhr, tut also nicht wirklich not...

Solchermassen den Boden für die freundschaftliche Begegnung von immerhin 60 teilnehmenden Sportwagenteams geebnet (vorher die Fronten geklärt, harhar), konnte es losgehen.

Die Triumph-Truppe um Manfred Diehl hatte für den Samstagmorgen eine wirklich reizvolle Ausfahrt durch die Rhön mit ihrem wunderschönen Rhönpark (UNESCO-zertifizierter Naturpark!) angesetzt. Eine etwas karge Landschaft, die mit dem Nebel, dem Regen, den Minusgraden, dem Schnee und dem Glatteis hie und da bestens harmonisierte. (Bild: Rhönpark)

Der obligatorische Fragebogen, der den sportlichen Wettbewerb sogar in die Teams trug ("Sag mir nächstes Mal rechtzeitig Bescheid, wenn der Abzweig kommt!" - "Ich muß die Fragen beantworten." - "Soll ich Karte lesen UND fahren?" - "*###()&&%") wurde durch diverse Sonderprüfungen abgerundet, die teilweise mit einfallsreichen Mitteln gelöst wurden:

1. Ein rohes Ei besorgen.
2. Das Ei zur nächsten Prüfung hartgekocht abliefern...
3. Aber wie kochen, das Ei? (Bild: Ideen muss frau haben! )

Bei der Geruchsprobe an Flüssigkeiten mussten viele Teams passen (Bild: "Hab Nupfen!"), während die Gewürze noch "errochen" wurden - zumindestens manche ("Prust! Pfeffer!").

Eine kurze Rekreationsphase am Samstagmittag bereitete unsere abgehärteten Recken dann auf die zweite Runde, die Outdoor Games, vor. Eine leichte Stärkung mit Glühwein ("Schmeckt so ein bischen wie vorhin dieses - war es nicht Hydrauliköl? - gerochen hat...")

Eine Wiese mit leichter Hanglage war als Ort der Begegnung auserkoren. Die Traditionswettbewerbe Seilziehen (Bild: Gefallene Heroen), Kurbelwellenweitwurf, Schwungsscheibendiskus und Baumstammwerfen (Bild: Noch lacht er) brachte unsere Morgan-Freunde mächtig nach vorne, punktemäßig (vielleicht half auch ein bischen, das vorher kräftig gestichelt wurde. Bild: "Warum fahrt ihr sogar bei dem miesen Wetter offen? Ist der Verdeckmechanismus wirklich sooo kompliziert?").

Noch drei, vier Runden Glühwein, und die erste Überraschungsprüfung des Tages stand an: Eine Runde Rhönrad (Bild: man erinnere sich: Wiese mit Hanglage!). Es gab eine Reihe von Ausfällen, im Sinne des Wortes, aber auch bei diesem Wettbewerb lagen die Morganeers vorne - Kompliment!

Noch kurz (so ca. 3 Stunden) in der Hotelbar aufwärmen (Bild: Luxemburger Stammtisch), dann gings zum abendlichen Dinner. Ein wirklich gutes 4-Gang-Menü wurde den Gästen serviert - genau die richtige Stärkung für die Indoor Games. Das Morgan-Team hatte die Idee, eine kleine Performance vorzutragen, es ging um eine Runde beim Bier, die die Begriffe "technisches Problem" und "Morgan" auf den Punkt bringen wollte. Man erfocht sich beim Veranstalter mehrere Runden Bier für die Vorstellung - ansich ein schlauer Schachzug schont die Reisekasse, aber...durch den Genuß der Inhalte der eigentlich als Bühnendekoration gedachten Halbliter-Gläser blieb irgendwie die Pointe auf der Strecke...machte aber den Morganeers nichts, da annähernd das ganze Team an der Vorstellung teilnahm, waren sie hinterher wirklich zufrieden! (Bild: Problem? Ne, hab keinen Morgan.)

Die tagsüber hergestellten gekochten Eier wurden in einem beschleunigten Eieressen-Wettbewerb verputzt (ja, man kann ein Ei mit Schale essen), und anschließend in einem zünftigen Staffeltrinken heruntergespühlt. Hier soll es in grauer Vorzeit legendäre Szenen gegeben haben, heuer liefs fröhlich und bester Stimmung und gesittet ab (Bild: Man hat Spass).

Zwischen Dampflokomotivenausbesserungswerk und Theater - Blick hinter die Kulissen konnten die Teilnehmer dann am nächsten Vormittag wählen. Natürlich waren die MG-Freunde immer zur Stelle, wenn es galt, einem Triumph-Kollegen einen kollegialen Schubs zu geben...Schiebung)

Zum Munterwerden war die vom Veranstalter empfohlene Route "rot" genau das Richtige. Gibt es Landstrassen zweistelliger Ordnung? Das hier waren welche! Nach einem tollen Parforce-Ritt von ca. 30 km kamen wir in Meiningen an - ein interessantes Städtchen mit vielen sehenswerten Baudenkmälern - neoklassische Oper und eben dem Dampflokomotivenausbesserungswerk.

Ein Pensionär nahm uns an die Hand und breitete vor beeindruckender Kolossal-Kulisse (Bild: Hallenkomplex) aus Stahl und Eisen seine über 40-jährige Berufserfahrung aus - und zwar Jahr für Jahr, und wir haben viel dabei gelernt! Wenn jetzt bei Günter Jauchs Fernsehquiz "Wer wird Millionär?" die Millionenfrage IRGENDETWAS mit Dampflokomotiven zu tun hat - 120 MG-, Triumph- und Morgan-Fahrer in Deutschland hätten die Kohle sicher (Bild: Moral)

Am Ende des 40jährigen Vortrags noch ein Blick auf den glücklichen Sieger - den Clan-Chief der Morgans (Bild: Ein enthusiasmierter Morgan-Clanchief)! Nächstes Jahr also wieder, diesmal ein Heimspiel für die 8-Zylinder-Fans (die mit dem Postkutschendesign) - und für dieses Jahr heisst es: Vielen Dank dem Triumph-Team für den absolut gelungenen Einstieg! Eine tolle Leistung, und die meisten Teilnehmer schieden mit einem wirklich ehrlichen: "Bei Sonne kann jeder...".

Wir sind übrigens wieder gut zu Hause angekommen, und Karsten und Margit im Leih-MGA auch (Bild: Ein Wochenende hat Spuren hinterlassen!). In diesem Sinne, see you next year!


Alle Bilder sind Eigentum von Andreas Pichler.

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