Neue Bronzebuchsen

Vorderachse


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So wirds gemacht

Der letzte Bremsscheibenwechsel brachte es an den Tag: Die Buchsen für die Vorderradaufhängung waren arg verschlissen. Nach langem hin und her also den Entschluß gefasst, da mal tätig zu werden...hätte man natürlich auch in die Werkstatt geben könne, aber warum soll immer die Werkstatt den ganzen Spaß haben und dann auch noch Geld dafür kriegen ;-)

Gesagt, getan. Zunächst wurden mal die benötigten Teile organisiert,als da wären: Die Buchse, die darin laufende Stahlbüchse, Anlaufscheiben und Dichtgummis. Die Preise für die Teile halten sich deutlich in Grenzen, daß Ganze kostet pro Satz gerade mal 20 Mark.

Dann Aufbau von Know-How: Wie bekommt man die alten Buchsen als "shadowtree mechanic" raus und die Neuen rein? Hydraulikpresse steht ja nicht zur Verfügung. Via Internet trudeln die ersten Hinweise ein...die englischsprachigen Boards sind da übrigens wesentlich ergiebiger als die deutschsprachigen. Letztere haben genau 0 Antworten geliefert - naja, solange man seine Antworten auch woanders bekommt...Anyway: Die Meinungen zum Thema sind klar - entweder "Hightech" (also Fachwerkstatt) oder rohe Gewalt. Letzteres klingt unterhaltsamer - los gehts!

Der Werkzeugkoffer wird gefüllt: Rangierwagenheber, Unterstellbock (hier als wichtiges Spezialwerkzeug im Einsatz!), diverse Maulschlüssel, Abzieher, verstellbare Reibahle, Grippzange, massiver Schraubstock, 5 Kilo-Hammer, 1/2-Zoll-Verlängerung.

Zunächst die Pflicht: Wagen unter einem Federteller aufbocken, Rad ab, Bremszange ab, Hub abziehen. Dann die beiden Drehgelenke oben und unten am Kingpin abschrauben - Umdrehungen mitzählen, für den Zusammenbau (Bremsscheibe muß ab, weil sie sonst dem unteren Drehgelenk im Weg steht). Gute Gelegenheit, das Ganze mal zu reinigen...schon erstaunlich, wieviel Mist so in 40 Autojahren zusammenkommt!

Jetzt die Kür: Das Drehgelenk passt genau in den Unterstellbock. Und die 1/2-Zoll-Verlängerung passt genau in die Bronzebuchse, dickes Ende nach oben, der Rest dient als Führung. Nun das Ganze auf SOLIDEN Unterdergrund und kräftig den 5-Kilo-Hammer geschwungen...siehe da, die Buchse kommt tatsächlich unten raus. Nun die neue Buchse ansetzen, auf die Aussparung für den King Pin achten, in den Schraubstock einspannen und kräftig Drehen (wobei eine der alten Anlaufscheiben gute Dienste leistet, vor Beschädigungen zu schützen.

Nach diesem Fest für Grobmotoriker wird wieder eine langsamere Gangart eingeschlagen. In 4-5 Arbeitssitzungen wird mit der verstellbaren Reibahle so weit aufgerieben, daß die Stahlbüchse möglichst spielfrei passt, sich aber trotzdem bewegen kann. Alles wieder zusammenbauen, nochmal die Fettpresse ansetzen - Voila!

Zum Schluß noch zwei weitere Links zum Thema (mit bestem Dank an Jeff Schultz für die Hinweise):

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aufreiben von Barney Gaylord
Morgan-Seite mit generellen Tipps zur Instandsetzung der Vorderradaufhängung


Fotos

Das wird alles benötigt: Bronzebuchse, Stahlbüchse, Anlaufscheiben, Dichtgummis und Blechdeckel, Schraube, Kronenmutter, Splint

 

Ohne Kommentar.

 

Austreiben der alten Bronzebuchse - hier wird nicht lange gefackelt.

 

Einpressen der neuen Buchse...

 

...mit allen Kräften.

 

Aufreiben mit Hilfe einer verstellbaren Reibahle - wer an Zollwerkzeug kommt, besorgt sich eine 0.750-Zoll-Ahle.

 

Der Mühen Lohn - ein überholtes Drehgelenk


Alle Bilder sind Eigentum von Andreas Pichler.

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Anregungen an: pichler@mgcars.de