Vaals

2000

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Vaals 2000: Die 16. Highland Games

Von Dagmar Bardelmeier und Andreas Pichler

Wir befinden uns im Jahre 2000 n. Chr. Ganz Westeuropa ist von Finanzbeamten mit G-Kat-Plakette und Sommersmogverordnung besetzt - Klassikerfahren nur aus Spaß gilt als sehr verdächtig.

Ganz Westeuropa? Nein! Ein von unbeugsamen MG-, Morgan- und Triumphfahrern bevölkertes Dorf in Holland hört nicht auf, den Spielverderbern Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Schergen, die als Besatzung in den befestigten Lagern Berlin, Brüssel, Paris und Straßburg liegen...

Diese Site erzählt die Geschichte der 16. Highland Games. Fast 70 Teams aus den Clans MG, Morgan und Triumph sind angetreten, sich in fairem Kräftemessen zu vergleichen und den Champion zu ermitteln. Denn an der Spitze kann es nur einen geben!

Die Spielregeln der Zusammenkunft sind denkbar einfach: Pro Spiel gibt es 3 Punkte für das beste, 2 für das zweitbeste und 0 Punkte für das letzte Team (oder so). Das Team mit den meisten Punkten richtet die nächste Veranstaltung aus.

Und da im letzten Jahr der MG Clan unter Führung von Horst "Flying Squirrel" Pokroppa gewann, finden die Games diesmal unter MG-Ägide statt. Der Ort der Zusammenkunft: Kastel Bloemendaal in Vaals (Süd-Limburg, auch "niederländische Schweiz" genannt) bei Aachen (Bild: das Kastel).

Der erste Tag: Samstag, 29. April 2000

Wir haben unsere Wecker vergessen, macht aber nix, freundliches Donnergrollen weckt uns pünktlich und zuverlässig. Nach einem kräftigen Frühstück (das bei einigen Mitstreitern vor allem aus Kaffee und diversen Aspirin bestand) folgte für manche die erste knifflige Aufgabe des Tages: Kaltstartversuch im Feuchten (Bild: Morgentau) Dann geht es in Minutenabständen auf eine Rundfahrt durch die holländischen Highlands (Bild: Aufbruch).

Die angebliche Streckenlänge von ca.130 km liess sich durch das einen breiten Interpretationsspielraum bietende Roadbook locker aufs Doppelte vergrößern (Bild: Unsere Richtung: Vorwärts, egal wohin!). Beim Copyshop waren nämlich leider ein paar Druckfahnen durcheinandergeraten.

Bei der Aufgabe, Wegkreuze zu zählen, nagelte mithin das eine oder andere Team gedanklich den (eigentlich unschuldigen) Roadbookautor mit ans Kreuz. Dafür entschädigte die Strecke mit wirklich kleinen verwinkelten, Strässchen - manchmal fühlte man sich wirklich in die Highlands versetzt - und der eine oder andere Tagesmeilenzähler bestätigte die Annahme...(Bild: Unterwegs) .

Sogar das Wetter war authentisch - und abwechslungsreich dazu! Landregen wechselte mit Nieselregen, zuweilen unterbrochen von heftigen Schauern (Bild: Unter Wasser). Einige spannten sogar das Verdeck auf - mussten aber Hohn und Spott der Konkurrenz-Clans ernten (Bild: Warmduscher).

Fahrende Marketender versorgten reichhaltig mit Obst, Speiseeis und Abteibier (welches eigentlich Bonuspunkte durch Ablieferung beim Organisator bringen sollte, aber bevorzugt selbst konsumiert wurde).

Wieder in Vaals angekommen, war noch ein kleiner Parcours in möglichst kurzer Zeit zu durcheilen. Schwächelten die MGs scheinbar ob ihrer (im Vergleich mageren) Motorisierung, gelang es einigen Morgan-Fahrern tatsächlich, die Begehung des Parcours schneller als die spätere Durchfahrung zu absolvieren...und nur 1 (in Worten: ein!) Triumph glänzte bei den ersten 10 durch unauffällige Schnelligkeit (Bild: Morgans beim Parcours mit Einparkhilfe).

Wie auch immer: Der Abend klang feuchtfröhlich mit einem guten Dinner aus.

Und die Abrechnung des Punktestandes brachte zutage:

6 Punkte für Abingdon (beste Orientierungsfahrt, bester Driving Contest), abgeschlagen dahinter heiße 8-Zylinder im Escherahmen und Gabelstaplerantriebe aus Coventry.

Der zweite Tag: Sonntag, 30. April 2000

Der Tag begann, wie in den Highlands üblich, mit einem frühen Wecken. Anschließend standen zunächst touristische Programmpunkte an. Nach einer gemächlichen Fahrt mit antiken Schienengefährten gab es die Gelegenheit zum Besuch des didaktisch sehr ansprechend aufbereiteten Technikmuseums "Industrion" bei Kerkrade (Bild: Warten auf den Anpfiff).

Nach einem kräftigenden Lunch schritt man zum Höhepunkt des Tages: den Highland Games. Possierliche Spiele wie Kurbelwellenschleudern, Schwungraddiskus und Baumstammweitwurf enttarnten jedoch die Morgan-Kameraden als üble Schwindler: Sie wollten einfach nicht gewinnen. Klar, wer großvolumige Achtzylinder fährt, braucht jeden Pfennig für Sprit...(Bild: Rupi wird fürs Schummeln vorbereitet). Demzufolge sahen sich die Koordinatoren gezungen, Formel 1-ähnliche Bewertungen einzuführen - Bewertungen stets so, daß das strategische Ziel der Veranstaltung erreicht wird (einen andern Clan als MG zum Ausrichter der nächsten Veranstaltung zu machen), aber trotzdem dafür Sorge zu tragen, daß sich jeder Teilnehmer maximale Mühe gibt - sichergestellt dadurch, daß die Regel stets nach dem Wettbewerb verkündet wird (Bild: Publikum bei Bekanntgabe einer modifizierten Jury-Entscheidung).

Anyway: Am Ende des Tages lagen die Triumph-Mannen fast uneinholbar in Führung. Die Abendveranstaltung bot hübsche Performances zum Thema "British Cars und Highlands in Holland" -wirklich Klasse das kabarettistische Kammerstück des Triumph-Teams ("Guck mal, da kommt uns wieder Horst entgegen - der weiss auch nicht mehr, wo es langgeht...") (Bild: Bretter, die die Welt bedeuten).

Der Abend klang aus mit der Schauvorführung des Klassikers "Staffeltrinken" (Bild: Schluck um Schluck). Es gab aber keine gravierende Veränderung des Klassements mehr:
Platz 1: Triumph
Vorletzter: MG
Weit abgeschlagen auf dem letzten Platz: Morgan
(Bild: Schottischer Nummernboy beim Zahlennotieren).

Der dritte Tag: Montag, 1. Mai 2000

Endlich mal lange schlafen. Um 10.45 ging es dann zur nahe gelegenen Kartbahn, das letzte Gefecht auszutragen. Sofort versuchten die Teams, die bereitgestellten Mobile nach Kräften zu optimieren. Schnell wurde jedoch klar, daß selbst beim besten Willen ein V8 aus dem Morgan nicht in ein Kart zu transplantieren war.

Wie auch immer: Die mitgebrachten Rennanzüge (Triumph-Competition!) wurden übergestülpt, Helme angezogen und los gings (Bild: "Rennanzüge sind prima zur Einschüchterung des Gegners!"). Unter freiem Himmel Kartfahren macht wirklich Laune, auch das Wetter meinte es gut (Bild: Ich will Spaß, ich geb Gas!).

So gab es fast 2 Stunden lang Positionskämpfe, Dreher, Überrundungen und Karambolagen zu sehen...man schenkte sich nichts (Bild: Gleich hab ich ihn...)!

Manchen Kartfahrern ging es jedoch wie im wirklichen Leben, und mit der erreichten Rennposition waren sie sichtlich unzufrieden (Bild: Es ist zum Heulen!) Aber der Veranstalter der nächsten Highland Games steht jetzt endgültig fest: Triumph IG Südwest richtet aus - wir sind sehr gespannt! Manfred Diehl dachte bereits laut und kündigte viel "Schottland" an: Haggish kalt, Haggish warm, Porridge lau....(Bild: Manfred überlegt, wie er es seinem Club beibringt.)

Unterm Strich: Eine gelungene Veranstaltung, bestimmt sind alle auf ihre Kosten gekommen. Bekanntenkreise wurden kräftig erweitert, und alle freuen sich aufs nächste Mal...eine runde Sache.

See you 2001! (Bild: Winkewinke!)

Ach ja...wer die Strecke gerne noch einmal abfahren möchte - Karten und Roadbook beim Webmaster anfordern!


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All pictures courtesy of Andreas Pichler.

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